Languedoc-Roussillion und Pyrenäenvorland – Wohnmobilreise durch Südfrankreich an Ostern 2016 (1)

Im Jahr 2015 haben wir nur ein paar kleinere Reisen und Ausflüge gemacht, es war auch nicht klar, ob wir in dieser Form weiter Urlaube machen wollen, die Kinder werden langsam größer und alles ist nicht mehr ganz so einfach wie früher. Doch 2016 hat sich vieles wieder verbessert, wir haben gelernt mit den vorhandenen Schwierigkeiten zu leben und beschlossen, das Reisen im Wohnmobil nicht aufzugeben, da es uns allen gut gefällt und das Beste ist, was wir als Familie zusammen erleben können. Zusätzlich gab es auch mal eine Flugreise, 2015 nach Rhodos und 2016 nach Mallorca und auch im Winter wählten wir eine günstige Ferienwohnung für unsere Kurzreisen 15/16 in den Spreewald und 2016/17 nach Prag.

Bis die Kinder einen Wachstumsschub haben geht es aber auch nach wie vor noch mit unserem nun zwar in die Jahre gekommenen, aber wie versprochen recht robusten Pössl4family. Wenn beide Jungs nicht mehr in das obere, etwas kürzere Stockbett passen, werden wir uns was anderes überlegen müssen, ich schätze 2017 wird das letzte Jahr sein, in dem es möglich ist, denn die Pupertät ist da, soviel steht fest und der nächste Wachstumsschub kann jederzeit kommen.

Nun möchte ich aber im Nachtrag unsere beiden 2-Wochen-Reisen aus 2016 hier dokumentieren, zuerst unsere Frankreich-Reise in den Osterferien 2016, die wirklich sehr schön war. Der Abstand ist schon etwas größer, so dass ich hoffe, noch alles zusammen zu bekommen, aber die Bilder, die ich mit immer größer werdender Leidenschaft mache und die Reiseführer, die ich für die Planung benutzt habe, werden mir helfen.

1.Tag, 19.3.16

Wir starteten unsere Fahrt über Saarbrücken und Metz und fuhren dann auf der französischen Autobahn immer nach Süden. Wir kamen bis südlich von Lyon und übernachteten auf einem kostenfreien Stellplatz mitten in Vienne, nicht besonders schön, aber neben einem Bäcker, der morgens auch gleich aufgesucht wurde.

2.Tag, 20.3.16

Der erste richtige Urlaubstag führte uns auch schon zum ersten Höhepunkt der Reise, der Pont du Gard bei Nîmes, wo nur unser Fahrer auf einer Klassenfahrt vor vielen vielen Jahren schon einmal war, wir anderen drei noch nie.

Auf dem großen Parkplatz der Sehenswürdigkeit kann man gut mit dem Wohnmobil parken, aber nicht übernachten, was wir aber auch nicht vor hatten. Wir nahmen uns genug Zeit zur Besichtigung und Begehung der alten römischen Wasserleitung und der umfangreichen, modernen und sehr gut gemachten Ausstellungen über den Bau des Aquädukts. Für unseren größeren Sohn, der das erste Jahr Latein hatte, war es besonders interessant, da auch die Lebensweise der Römer hier dokumentiert war – das Phänomen der Gemeinschaftstoiletten kannten wir ja schon aus Ostia bei Rom, dies hier ist eine Nachbildung:

Hier noch ein paar andere Bilder aus der Ausstellung und vom Aquädukt selbst:

 

 

 

 

Da unser nächstes Ziel die Höhle „Grotte de Demoiselles“ im nahen Herault-Tal war, fuhren wir noch am selben Tag auf einen Campingplatz in der Nähe. Im Führer stand, der Platz „Val de l`Herault“ bei Brissac habe ab dem 15.3. auf, also schon fast eine Woche lang, das bezog sich aber anscheinend nur auf die dortigen Mobilheime. Wir konnten aber jemanden im Haus neben der Rezeption antreffen und netterweise erklärte man sich bereit, extra für uns die Duschen der Sanitäranlagen für den nächsten Morgen zu säubern und zu beheizen und so blieben wir. Ein hübscher Platz nah am Fluss Herault, ruhig und naturnah, sogar mit Pool, der aber natürlich auch noch nicht geöffnet war. Wäre auch noch zu kalt dafür gewesen.

 

3. Tag, 21.3.16

Zur Besichtigung der Höhle „Grotte des Demoiselles“ muss man ein schmales Sträßchen hoch fahren, das gut beschildert in Agonès abzweigt. Ihr Eingang liegt hoch über dem Herault-Tal. Wir bekamen einen Besichtigungstermin für den frühen Nachmittag und machten noch einen Spaziergang mit Blick auf das Tal.

 

In der Wand neben dem Höhleneingang konnte man Kletterer beobachten.

Als es Zeit war fuhren wir mit einer Standseilbahn in die Höhle hinauf, der Eingang lag noch weiter oben im Fels.

Es war eine kleine Führung, der sympathische Führer sprach ein gut versständliches Englisch mit uns, wir waren die einzigen Nichtfranzosen und so war es eine fast familiäre Atmosphäre. Das Herz der Grotte bildet ein riesiger, kathedralenartiger Raum dessen Tropfsteinbildungen unzählig und einzigartig sind. In der Mitte steht eine natürlich gewachsene Tropfsteinformation, die in der Tat aussieht wie eine Marienstatue samt Kind. Die Halle wird auch für Gottesdienste benutzt und die besonders gute Akustik wurde uns auch gleich demonstriert, ein anderer Besucher sang das Ave Maria in fast opernhafter Manier. Ein gigantisches Erlebnis, das Bilder nur schwer wieder geben.

Ein wenig nachvollziehen kann man die Größe der Halle vielleicht auf den nächsten Bildern, wenn man die wahre Größe der winzigen Geländer auf der anderen Seite der Höhle bedenkt. (einfach auf die Bilder klicken um sie zu vergrößern.)

 

Nach dieser absolut lohnenden Höhlenbesichtigung wollten wir noch ein Stück weiter, zum nächsten Ziel: zum Cirque de Navacelles, ein trockengefallener Mäander des Flusses Vis, tief eingeschnitten in das Kalkgestein der Südcevennen.

Blick vom nördlichen Aussichtspunkt auf den Cirque de Navacelles

 

Dieses Foto zeigt die Entstehung des Cirque de Navacelles

Auf einem ruhig gelegenen Parkplatz oberhalb des Naturschauspiels (auf der Nordseite) kann man prima übernachten, mitten in der Natur und ohne Kosten. In der Saison gibt es hier auch ein Restaurant, das bei unserem Besuch, so früh im Jahr noch geschlossen hatte. Wir spazierten noch ein wenig herum, bis zum nahe gelegenen Aussichtspunkt und wieder zurück.

4. Tag, 22.3.2016

Da am nächsten Morgen wundervolles Wetter herrschte, gingen wir noch einmal vor zur Kante und blickten hinunter, man kann auch in den Kessel hinunter fahren, die schmale Straße ist aber in der Saison sehr stark befahren und sehr kurvig. Wir sparten uns die Kurverei und blieben oben, der im Wohnmobil versprochene Badeplatz da unten in der Vis konnte uns um diese Jahreszeit noch nicht locken und außerdem wollten wir ja weiter.

Der trockengefallene Mäander Cirque de Navacelles
Morgendlicher Blick ins Vis-Tal (Gorges de la Vis) vom Ausblick über dem Cirque de Navacelles aus

Nach diesem landschaftlichen Genuss stand wieder eine längere Autofahrt an, ich erinnere mich an schöne Landschaft, enge Sträßchen und kleine Örtchen, weiß aber nicht mehr genau welche Strecke wir genommen haben. Unser Ziel war das schön gelegene „Cordes sur Ciel“, im Womo-Führer als lohnender Abstecher angepriesen.

Hier fanden wir einen sehr schönen Wohnmobilstellplatz mit blühenden Mandelbäumen, er ist sogar mit Strom und V/E. Da es erst Nachmittag war, gingen wir noch am selben Tag hinauf in das mittelalterliche Städtchen auf einem Hügel. Besonders der Ausblick von oben gefiel uns, der  Ortskern selbst ist um diese Jahreszeit noch etwas ausgestorben, fast alle Läden und Lokale sind geschlossen. Hier einige Fotos, die ich dort gemacht habe:

Blick auf die Umgebung von Cordes du Ciel

 

Spaziergang auf den Mauern von Cordes sur Ciel

 

Cordes sur Ciel

 

Steiler Aufstieg in den alten Ortskern von Cordes sur Ciel

 

Kopfsteinpflastergasse im mittelalterlichen Cordes sur Ciel

 

In Cordes sur Ciel

 

Dorfplatz in Cordes sur Ciel

 

Im Sommer sitzt man hier sicher traumhaft – Lokal in Cordes sur Ciel

 

Kopfsteinpflastergasse in Cordes sur Ciel
Cordes sur Ciel

Tag 5, 23.3.2016

Am nächsten Morgen ging es schon weiter, zum Abschied noch ein Bild vom schönen Stellplatz „im Himmel“ und ein Rückblick auf der Weiterfahrt:

 

 

Nur eine kurze Fahrt ist es von Cordes sur Ciel nach Albi. Ich hatte den Namen vorher noch nie gehört und wundere mich darüber, denn diese Stadt ist wirklich was Besonderes und hält mit viel berühmteren französischen Städten absolut mit, wie ich finde. Wir waren begeistert, von der ganz besonders schönen Kathedrale, die von außen so ganz anders wirkt als von innen und vor allem von der tollen Lage am Tarnfluss. Geparkt haben wir auf dem innenstadtnahen Wohnmobilstellplatz, auf dem man auch übernachten könnte und dann sind wir nach dem Kirchenbesuch der Rundgangsempfehlung aus unserem Reiseführer gefolgt, hier kommen die Bilder:

Nach einer Mittagspause in den Grünanlagen in der Innenstadt, wo die Frühlingsblumen so schön blühten, war noch Zeit genug, um weiter zu fahren zu unserem nächsten Ziel, dem „Herz“ unserer Reise, Carcassonne. Ein eigener Blogartikel mit vielen Bildern folgt bald.

Bis dahin, Annette – die Welt ist bunt!


2 Gedanken zu “Languedoc-Roussillion und Pyrenäenvorland – Wohnmobilreise durch Südfrankreich an Ostern 2016 (1)

  1. Hallo Anette, ein toller Reisebericht mit so vielen guten Tipps. Wenn bei uns einmal Frankreich auf dem Programm steht, dann muss ich unbedingt vorher nochmals lesen 😉 Liebe Grüße

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