Teneriffa Teil 2

Da der erste Teil über Teneriffa schon sehr lange online ist und ich bisher noch keine Muse zur Fortsetzung hatte – die Erinnerung verblasst schon durch die vielen weiteren Eindrücke, die ich seit dem sammeln durfte – werde ich den Rest des Berichts etwas kürzer halten und mehr die Bilder sprechen lassen.

Tag 4: Ausflug nach Icod de los Viños

Der Ort an der Westküste, nicht weit von unserer Unterkunft, hat einige Highlights zu bieten und einen hübschen Ortskern. Als Hauptattraktion gilt der große Drachenbaum, angeblich der größte und älteste der Kanaren.

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Der Drago milenario in Icod de los Vinos, Teneriffa

Drachenbäume sind eine endemische Art der kanarischen Inseln, d.h., sie kommen nur dort vor. Je mehr Verzweigungen sie haben, desto älter sind sie. Sie können sehr alt werden, dieser hier soll schon über 1000 Jahre alt sein. Man kann ihn von weitem bewundern oder Eintritt zahlen und den ganzen Parque del Drago mit vielen Informationen besichtigen.

Wir haben unser Geld stattdessen in den Eintritt ins Mariposario, einen Schmetterlingsgarten gesteckt, sowas macht uns immer Freude, die Pracht der bunten Schmetterlinge hautnah zu erleben. Klar, sowas gibt es auch in Deutschland, aber wir waren lange nicht mehr in so einer Einrichtung. Hier in Icod gab es als Besonderheit auch mehrere Exemplare der größten Falterart der Welt, des Atlasfalters zu bewundern. Auch die „Geburt“ der Falter konnte man beobachten.

 

Beim Spaziergang durch den Ort sind noch folgende Bilder entstanden:

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Auf der Bank im ersten Bild haben wir unsere Mittagspause gemacht. Es war ein warmer Tag und so beschlossen wir, endlich auch mal baden zu gehen. Auf dem Rückweg besuchten wir deshalb noch die Badestelle, die unserer Unterkunft am nächsten lag. Auf sehr engen Wegen durch viele Bananenplantagen hindurch gelangten wir dann auch tatsächlich zu einem Parkplatz oberhalb einer angelegten Badestelle:

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Der kleine Badestrand links im Bild war trotz hoher Wellen geschützt genug um sich ein wenig ab zu kühlen und es machte anschließend auch noch viel Spaß, in den Felsen herum zu klettern und dem brausenden Meer zu zu sehen.

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Mit einem Spaziergang über die Felsen oberhalb der Badestelle schlossen wir den Nachmittag ab und genossen anschließend noch den Abend auf unserer Dachterrasse.

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Tag 5: Wanderung um den jüngsten Vulkan der Insel

Die Wanderung ist im Kompass Wanderführer Teneriffa unter der Nummer 58 beschrieben: Zum Vulkan Chinyero 1

Anfahrt:

Von der Autobahn TF-1 zweigt bei Chio die TF-38 ab, eine weitere, gut ausgebaute Zufahrt hinauf zur Teideregion. Parken kann man an einem Aussichtspunkt vor der großen Kurve, die die Straße nimmt, um die Montana de los Guirres zu umfahren. Der Blick hier geht bei gutem Wetter bis nach La Palma und La Gomera:

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Die Wanderung startet nach etwa einem Kilometer auf der Straße nach links auf einen grusigen schwarzen Weg, der Rundgang ist beschildert. Hier kommen viele tolle Eindrücke von dieser wirklich wunderschönen Wanderung um und durch dieses Eruptionsgebiet aus dem Jahr 1909. Erdgeschichtlich gesehen war das gerade eben erst, deshalb ist hier alles noch so gut wie unverändert, fast noch heiß, sozusagen. Durch die starke Sonneneinstrahlung hier auf etwa 1500 m Höhe strahlt das schwarze Gestein tatsächlich spürbar Hitze ab, dadurch kann die Wanderung dann doch etwas schweißtreibend werden, obwohl sie nur etwa 5,5 km lang ist, etwa 2 Stunden dauert und nur etwa 100 Höhenmeter rauf und wieder runter führt.

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Nach dieser wunderschönen Tour, einer der schönsten des ganzen Urlaubs hatten wir noch Zeit und fuhren deshalb zurück die gut ausgebaute Straße TF 21 über die Hochfläche am Fuße des Teidegipfels, schon alleine die Fahrt war ein Erlebnis, immer wieder kommen auch Parkplätze zum Halten und Fotos machen:

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An den Roques de Garcia sind wir auch ausgestiegen, aber da wir diese drei Tage später noch umrundet haben, kommen die Bilder davon später. Die Rückfahrt über La Orotava hinunter zur Autobahn bei Puerto de la Cruz kannten wir dann ja schon, auch heute waren die Loorbeerwälder am späten Nachmittag in Wolken gehüllt, die sich als Nebel zeigten.

Der Abend sah dann so aus:

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Tag 6:

Pause – und ausgiebiges Genießen des Rundblicks von unserer Dachterrasse aus:

 

 

 

Tag 7: Fahrt ins Anagagebirge und Wanderung auf alten Maultiertreiberpfaden ins Höhlendorf Chinamada

Das Anagagebirge bedeckt den nordöstlichen Teil der Insel und ist im Vergleich zum Rest der Insel grüner und feuchter, es gab während unserer Reise nur wenige Tage mit klarem sonnigem Wetter, meistens war es dort bewölkt und entsprechend neblig in den mittleren Höhenlagen. Dort gibt es deshalb auch wieder die flechtenbehangenen Lorbeerwälder wie oberhalb von La Orotava. An diesem Tag meldete unsere Wetterapp bestes Wetter und so fuhren wir spontan los. Man zweigt von der inselumrundenden Autobahn bei San Chrisobal de la Laguna (auch nur La Laguna genannt) in Richtung Las Mercedes ab. Die Straße taucht dann bald in die bewaldete Zone ein und der erste Mirador hoch über Las Mercedes durfte natürlich nicht ausgelassen werden. Der Blick geht hinüber zum Teide und nach La Laguna, die zweitgrößte Stadt der Insel:

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Auf dem Parkplatz zeigt eine Frau die Handwerkskunst der Lochstickerei, typisch für die Insel und ein schönes Mitbringsel für zuhause:

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Wenn man der TF-12 immer weiter nach oben durch den hier nun schon beginnenden Lorbeerwald folgt, kommt man bald zum Besucherzentrum „Centro de Visitantes, Parque rural Anaga“ am Aussichtspunkt „Mirador Cruz del Carmen“, wo sich ein weiterer Halt lohnt:

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Das Besucherzentrum informiert den interessierten Touristen über die Halbinsel, deren Geschichte, Besiedlung, Botanik und Fauna. Es gibt viel zu lesen auf großen Tafeln, auch auf deutsch, wer also gerne etwas mehr wissen will über diesen Teil der Insel, dem sei ein Besuch empfohlen. Wir haben uns dort vielleicht eine halbe Stunde aufgehalten, bevor die Fahrt weiter ging zum Ausgangspunkt unserer Wanderung im Dorf Las Carboneras. Um es zu erreichen muss man bald von der TF-12 nach links abzweigen und auf einer etwas schmaleren kurvigen Straße durch wunderschöne Landschaft erreicht man dann schließlich die abgelegene Ortschaft. Einen Eindruck von seiner Lage gibt folgendes Bild:

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Der auffällige Felsen im Hintergrund ist der Roque de Taborno

Die Wanderung stammt aus dem Michael Müller Reiseführer Teneriffa, Wanderung Nr. 9: Auf alten Maultiertreiberpfaden. Sie führt uns auf wunderschönen hoch gelegenen Pfaden nach Chinamada, dem letzten echten Höhlendorf auf Teneriffa. Der Rückweg führt dann über die wenig befahrene schmale Straße zurück nach Las Carboneras.

Nach dem Abzweig an der Straße geht es erst einige Zeit steil bergan, dann gabelt sich der Wanderweg, die Richtungen sind beschildert:

 

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Jetzt beginnt der schönste Abschnitt, mit Ausblicken, die man nicht mehr vergisst, hoch im Gebirge und doch nah am Meer, auch hier lasse ich am besten die Bilder sprechen:

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Die Vegetation ist karg hier oben, nur stellenweise gibt es ein wenig übriggebliebenen Wald, sonst dominieren Kakteen und Sukkulenten und geben der Wanderung ihr spezielles Kanaren-Feeling:

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Kurz vor Chinamada kommt man an einer Felswand vorbei, an der man schön die Schichtung des hier anstehenden Gesteins sehen kann, es handelt sich um weiches Tuffgestein, in das auch die Höhlenhäuser von Chinamada gegraben wurden.WP_20171006_15_25_41_Pro.jpg

Der erste Blick auf Chinamada überrascht uns dann doch ein wenig, denn was sich Dorf nennt sind eigentlich nur ein paar verstreute Häuser, aber alle an die Felswände gebaut und in diese hinein gegraben – klassische kanarische Höhlenhäuser, wie man sie auch auf Gran Canaria noch sehr häufig findet. Das Klima darin ist im Sommer kühl, im Winter warm, manche der Häuser kann man sogar als Ferienhaus anmieten, bei Airbnb findet man auch einige hier in Chinamada.

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Beim Näherkommen erkennt man dann bald, dass es doch ein Ortszentrum gibt, in Form eines Dorffestplatzes, eines Höhlenrestaurants und einer Kirche. Aus den Touristenhotels werden tagsüber Bussladungen mit Menschen hierher gebracht, wir sind gottseidank schon am späteren Nachmittag hier, so dass es schon wieder ruhig ist.

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Wir durchqueren die Ansiedlung auf der Hauptstraße, die hier auch endet – die Sackgasse geht in einen sandigen Weg über, der an terrassierten Feldern und weiteren Höhlenhäusern vorbei zu einem Aussichtspunkt führt.

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Aber das reicht uns noch nicht, wir nehmen einen weiteren Spaziergang von ca. 20 Minuten auf uns, um einen weiteren Aussichtspunkt zu erreichen, was ich auch jedem Besucher von Chinamada empfehlen möchte, denn der Mirador de Aguaide, hoch über dem Küstenort Punta del Hidalgo bietet sensationelle Ausblicke auf die Berge und das Meer, hier wollten wir gar nicht wieder weg… Hier Bilder vom Hinweg und vom Aussichtspunkt selbst:

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Nun stand der Rückweg über die Straßenverbindung zwischen Chinamada und Las Carboneras an, wir stellten uns auf eine langweiligere Strecke ein und wurden wieder mal überrascht: nach ein paar Kurven hatte man wieder einen sensationellen Weitblick, diesmal in die andere Richtung und nun tauchte auch wieder der markante Felsen Roque de Taborno im Panorama auf.

Bilder vom Rückweg:

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Zurück im Dorf, das auf den letzten Bildern so schön bunt im Abendlicht leuchtet, sind wir froh, wieder ins Auto steigen zu können, denn die Wanderung war doch schon etwas weiter gewesen und unser fußsensibler Jüngster und ich hatten schon ziemlich wehe Füße, der Rest der Familie ist da härter im Nehmen. Trotzdem, das war eine wunderschöne Tour und so ganz anders als die bisherigen, für mich eine Topempfehlung!

Auf dem Heimweg, diesmal über die Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife machten wir noch mal Halt am einzigen hellen Sandstrand der Insel, der Playa de las Teresitas bei San Andres. Der Sand stammt nicht von der Insel selbst, sondern wurde in Schiffsladungen aus der Sahara hier her gebracht. Es hat sich gelohnt, wie ich finde.

Die Fahrt auf der TF-12 hier herunter war auch noch sehr schön mit Panoramablicken, leider habe ich aber keine Fotos mehr gemacht. Der Strand im warmen Abendlicht lud uns dann noch zu einem Stündchen am und im Wasser ein, etwas zu essen fanden wir auch an einem der vielen Imbisstände hinter dem Strand. Leider gibt es hier keine richtigen Restaurants, die bekannten und beliebten Fischlokale sind alle im Ort San Andres und nicht in direkter Strandnähe.

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Soweit Teil 2 unserer Reise, lesen Sie weiter im nächsten Teil (wird noch veröffentlicht).


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