Wohnmobilreise nach Dänemark, Sommer 2016: Entlang der Westküste bis nach Skagen. Teil 2: Von Strand, Meer, Dünen und Leuchttürmen

4. Tag, 27.7.2016

Bei Flensburg nehmen wir die A7 nach Norden und passieren kurz darauf die Grenze zu Dänemark. Wir haben beschlossen, an der Westküste, also an der Nordseeküste Dänemarks entlang zu fahren, soweit wie wir eben kommen. Deshalb nehmen wir die Ausfahrt 73 Kliplev und biegen nach Westen auf die Straße Nr.8 ab. Die Strecke führt durch eine dünn besiedelte ländliche Gegend und ist wenig befahren. Das sollte auf der ganzen Reise so bleiben, es sind einfach viel viel weniger Menschen und damit auch Autos in Dänemark unterwegs, auch das macht den Erholungseffekt dieses Landes aus.

In der Nähe von Tønder befindet sich der kleine Ort Møgeltønder mit seinem Schloss Schackenborg Slot. Seine Hauptstraße, die Slotsgade wurde zur schönsten Dorfstraße Dänemarks gekürt, das mussten wir uns doch ansehen.

Wir parken auf dem  Hauptparkplatz am Ortseingang, gegenüber dem Schloss. Für Wohnmobile gibt es eine große Wiese neben dem Parkplatz. Dieser ist auch im Womo Führer als kostenloser Übernachtungsplatz ausgewiesen.

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Wir begeben uns in das Dorf, alles ist hier nah beieinander, man muss nur vor zur Straße und dann nach links gehen und ist gleich in der Slotsgade. Sie ist wirklich sehr hübsch, wenn auch nicht ganz so wie ich erwartet hatte. Dennoch ein paar Bilder:

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Das Schloss hatte leider zu, es ist noch bewohnt und es werden nur im Sommer und nur von Mittwoch bis Samstag jeweils um 11.30 und um 12.00 zwei Besuchergruppen hineingelassen. Wir streifen noch durch den Schlosspark, der zugänglich ist, der Eingang liegt auf der anderen Straßenseite und gelangen von hinten wieder zu unserem Womo.

Etwas schade um den schönen Übernachtungsplatz, aber wenn das Dörfchen außer der Dorfstraße nichts weiter zu bieten hat ist das halt schnell angesehen und weil es noch früher Nachmittag war, fuhren wir weiter. Die Nordsee lockte ja auch noch!

Als ersten Stop an der dänischen Nordseeküste haben wir uns die Insel Rømø ausgesucht, denn hier gibt es als Highlight den breitesten Strand Europas und noch dazu ist dieser Strand der Superlative für Autos und Wohnmobile befahrbar! Das hatten wir ja noch nie erlebt – das gibt es auch nur in Dänemark, glaube ich.

Um auf die Insel zu kommen braucht man keine Fähre, es gibt einen langen Damm, auf dem die Straße verläuft, hier ein Bild davon, allerdings von der Rückfahrt zurück aufs Festland:

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Auf der Hinfahrt ist gerade Ebbe und man hat sowieso nicht das Gefühl, auf eine Insel zu fahren, der einige Kilometer lange Damm ist schnell hinter uns gebracht und nun ist es nicht mehr weit bis zum Strand. Die Hauptstraße der Insel führt schnurstracks geradeaus dorthin und endet im Sand, auf dem man einfach so weiter fahren darf.

Im Führer steht zwar eine Warnung, dass das Befahren des Strandes nicht immer ganz ungefährlich ist, man könnte sich im trockenen, tiefen Sand festfahren, aber die unüberschaubare Zahl an Autos und auch Wohnmobilen überzeugt uns dann doch, dass es heute gut möglich ist. Der Strand ist feucht und bretthart. 4 km breit ist er an dieser Stelle etwa und so fahren wir ein gutes Stück nach vorne um nicht mehr zu weit laufen zu müssen bis zum Wasser. Hier kommen die ersten Eindrücke vom Strand der Superlative auf Rømø.

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Wie man sieht war es bedeckt, kein Badewetter und nach einem ausgiebigen Strandspaziergang war uns dann doch etwas kalt geworden. Wir fuhren zurück zur Straße, auch diesmal problemlos um uns einen Übernachtungsplatz zu sichern. Es standen hier so viele Wohnmobile auf dem Strand, dass wir Angst hatten, wir würden vielleicht nicht mehr unterkommen, wenn wir zu lange blieben – diese war aber unbegründet, denn die Insel ist auf den Touristenansturm vorbereitet und hat mehr als einen dieser überdimensionalen Campingplätze zu bieten, die man oft an der Nordsee findet. Wir bleiben gleich auf dem Platz hinter dem Deich des Strandabschnittes, auf dem wir uns befanden, Camping Lakolk. Obwohl es dann sogar noch anfängt zu regnen, gehen die Kinder mit ihrem Papa noch mal zum Strand, man kann direkt vom Platz aus durch die Dünen hin laufen.

Tag 5, 28.7.16

Ich selbst bin dann am nächsten Morgen noch einmal vor gelaufen um diese Bilder zu machen:

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Der Weg vom Campingplatz durch die Dünen, hinter denen der Strand liegt.

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Wie man sieht stehen schon wieder viele Womos auf dem Strand, diese haben aber auch alle auf einem Campingplatz übernachtet, denn das freie Stehen über Nacht ist auf der ganzen Insel einschließlich Strand verboten. An diesem sonnigen Tag wurde es sicher noch sehr viel voller, aber wir taten es ihnen nicht nach sondern fuhren tatsächlich weiter – der Strand war noch nicht perfekt, irgendwie zu groß, nicht gemütlich. Wir wollten weiter fahren und einen anderen Strand suchen, auf dem wir dann den Tag zum Baden verbringen wollten, denn es war tatsächlich ein warmer Sommertag.

Noch um einiges weiter fuhren wir dann doch nach Norden, vorbei an Ribe und auf der Autobahnumgehung um Esbjerg herum, dann schließlich auf der Straße 463 bis zu deren Ende und weiter auf der Straße 431 Richtung Meer, von der wiederum die Straße Vejers Havvej Richtung Vejers und Vejers Strand abzweigt. Der angepeilte Campingplatz Vejers Strand liegt direkt hinter den Dünen und auf dem Parkplatz vor dem Eingang kann man günstig mit dem Wohnmobil übernachten, dabei die Sanitäranlagen des Platzes mit benutzen. Eine Dusche nach dem Baden im Meer ist ja nicht zu verachten.

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Nun haben wir ihn endlich gefunden, den nicht ganz so breiten Strand zum Bleiben. Auch er ist befahrbar, weiter nördlich im Ortkern von Vejers gelangt man mit dem Auto auf den Strand, aber von unserer Übernachtungsstelle aus ist man auch schnell durch die Dünen gelaufen und kann nach einem kleinen Strandspaziergang auch den Strandbereich hinter den Autos erreichen, wo es dann ist, wie man sich das vorstellt: sandig, autofrei und schön:

Wir verbringen den Nachmittag hier, holen uns die erste Sonnenbräune bzw. Röte und auch das Baden ist heute gut möglich. Aber vorsichtig, für Kinder ist es nicht ganz ungefährlich, unsere sind nur knapp einem Unglück entgangen, als sie zu einer Sandbank hinaus schwammen und dann mit ihren Gummitieren kaum mehr zurück kamen wegen der starken Gegenströmung.

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Der Abend wurde dann auch noch sehr schön, während sich der Rest der Familie im Womo erholte, ging ich mit dem großen Sohn ein wenig spazieren, hinüber nach Vejers, wo er sein erstes Ferieneis bekam. Dänemark ist ja berühmt für sein Eis, wie sicher jeder weiß.

Bilder vom Spaziergang durch ein Ferienhausgebiet, von Vejers und vom Eis natürlich:

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Zum Sonnenuntergang gingen wir dann noch mal auf die Dünen und machten diese schönen Aufnahmen:

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Tag 6,29.7.2016

Zuerst wollen wir heute die höchste Düne Dänemarks besuchen, den Blabjerg. Seinen Namen hat er weil er angeblich schon aus der Ferne bläulich leuchtet. Aber wohl nicht hell genug, denn nur mit der Beschreibung aus dem Wohnmobilführer fanden wir ihn nicht, zumal es tatsächlich eine Umleitung nach einem Unfall gab.

Dafür landeten wir erst mal in der Nähe von Henne bei einer anderen besteigbaren Düne mit Ausblick:

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Im Hintergrund sieht man hier auch die Blabjerg-Region, die älteren hohen Dünen im Hintergrund sind bewaldet und man kann sie als Höhenzüge erkennen. Berg finde ich jetzt ein wenig übertrieben…

Schließlich haben wir nach einem Mittagessenspicknick doch noch versucht, den Blabjerg zu finden, die Sperrung war aufgehoben und nun war es ganz einfach, die letzte Abzweigung war gut beschildert. Unglaublich, wie viele Touristen diese 64m hohe Erhebung anzieht, es gibt einen großen Parkplatz, der fast voll ist und auf den „Gipfel“ führt eine lange Holztreppe. Oben steht ein großer Felsen mit eingemeiselten Inschriften und Zeichen, das soll wohl ein Kunstwerk sein und auch der versprochene Fernblick ist vorhanden:

Trotzdem benötigt auch dieses „Highlight“ nicht sehr viel unserer Zeit und wir können uns weiter auf den Weg nach Norden machen. Ich merkte so langsam, dass mir Dänemark zu langweilig werden könnte, wenn das so weiter geht. Aber wenigstens kommen wir so voran – vielleicht wirklich bis nach Skagen hoch.

Am Abend erreichen wir den Fischereihafen Hvide Sande, wo es einen Wohnmobilparkplatz direkt am Meer gibt, den vorallem Surfer nutzen, die hier einen beliebten Treffpunkt haben (am Ende der Straße Tungevej). Es kostet eine kleine Gebühr, die am Automat entrichtet werden muss. Über die Dünen ist man auch schnell wieder am Meer, aber leider ist es inzwischen kühl und bedeckt geworden und ohne Surferanzug sollte man wohl besser nicht baden gehen.

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Deshalb schauten wir uns noch den nach Fisch stinkenden Ort an, meine Laune begann etwas zu sinken, besonders vom Hocker riss mich auch dieser Ort nicht, obwohl es hier wenigstens ein paar Läden und Einkehrmöglichkeiten gibt. Aber für Vegetarier und Veganer, die wir nun mal sind, war nichts dabei. Also wurde wieder mal im Wohnmobil gekocht bzw. Brot bestrichen. Immerhin hatten wir eine gute Bäckerei gefunden, die auch am nächsten Morgen für frisches Brot aufgesucht wurde. Das dänische Schwarzbrot ist richtig lecker, ein grobkörniges, süßliches Vollkornbrot. Endlich mal ein Land außerhalb Deutschlands, in dem es nicht nur Weißbrot gibt.

Tag 7, 30.7.2016

Wie um mich wieder aufzuheitern trafen wir dann aber am nächsten Tag auf eine – für meinen Geschmack – sensationelle Sehenswürdigkeit, das Sandskulpturenfestival in Søndervig. Es liegt direkt an der küstennahen Strasse 181 nach Norden und ich erkannte gleich, worum es sich handelt, soviel kann man von der Straße aus sehen. Also gab es spontan einen Halt, der sich aber sowas von gelohnt hat: Um einen echten Eindruck wieder zu geben, habe ich ausnahmsweise mal eine Diashow aus meinen unzähligen Fotos zusammengestellt, sie ist bei Flickr zu finden, dazu bitte das Bild unten anklicken und dann oben das Symbol ganz links, den Bildschirm mit Playsymbol auswählen.

 
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Nach dieser wundervollen Überraschung fahren wir dann weiter und machen wenig später Mittag an einem schönen Parkplatz mit Spielplatz neben einem Ferienhausgebiet in den Dünen:

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Hier, am Beginn des schmalen Landstreifens der Nehrung Bøvling Klit zwischen Meer, Deich und dahinterliegender Lagune Nissum Fjord beginnt mir Dänemark richtig zu gefallen, einmal Urlaub in einem der schönen Ferienhäuschen zu machen, die es hier überall gibt kann ich mir auch gut vorstellen. Wir waren hier nicht am Strand, aber er ist nicht weit und wie man liest sehr schön, weiß und feinsandig.

Es zog uns aber weiter, immer nach Norden, der Leuchtturm Bovbjerg Fyr bei Ferring war unser nächstes Ziel und jetzt war ich voll und ganz einverstanden mit der Erlebnisqualität unseres Urlaubs:

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Die Lage dieses Leuchturms auf einer Sandklippe hoch über dem Meer, seine rote Farbe und vor allem die schöne Aussicht auf die freundliche, ruhige Landschaft vom Turm aus waren wirklich den Abstecher wert. (zur vergrößerten Ansicht Motivkacheln anklicken)

Anschließend steigen wir noch hinunter zum Kiesstrand, eine lange Treppe führt hinunter. Die „Männer“ nehmen jedoch gleich die angebotene Abkürzung über den Steilhang, ein dickes Seil ist zu diesem Zweck dort befestigt und ein bißchen Klettern macht immer Spaß.

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Zum Übernachten suchen wir dann den Campingplatz in Ferring auf, den schön gelegenen Platz Bovbjerg Camping. Der Platz ist wie die Landschaft hier, ruhig, grün, dünn besiedelt. Ein paar erholsame Stunden haben wir hier verbracht.

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Weil die Lage so schön war, hier noch ein kurzes Rundblick-Filmchen

Hiermit endet dieser zweite Teil der Dänemark Fahrt, die Fortsetzung folgt demnächst,

Viele Grüße,

Annette


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